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Die Gouverneurswahlen von Kalifornien vom 7. Oktober 2003, dargestellt von © Dr. Andreas Hahn

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Hinweis: Diese Wahl war in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit in der Geschichte der us-amerikanischen Wahlen:

- Zum ersten Male wurde erfolgreich ein Abwahlverfahren ( recall ) gegen einen Gouverneur durchgeführt, welcher erst elf Monate zuvor (wenn auch knapp) in seinem Amt bestätigt worden war.

- Zum ersten Male überschritt bei einer us-amerikanischen Gouverneurswahl die Zahl der Bewerber die 130. Der Wahlzettel war bei dieser Wahl eher als ein Wahlheftchen anzusprechen, und es gab Befürchtungen, daß sich die Verkündung desWahlergebnisses über Wochen in die Länge ziehen könnte, sollte keiner der Kandidaten eine ausreichend deutliche Mehrheit erreichen. Einige befürchteten gar eine Prozeßserie wie die nach der Präsidentschaftswahl des Jahres 2000.

- Erstmals seit langem traten nicht nur Bewerber verschiedener Parteien, sondern auch Bewerber derselben Partei an.

Auf Seiten der Republikaner traten an:- der Filmstar Arnold Schwarzenegger,
- der Senator Tom McClintock,
- der bei der Gouverneurswahl 2002 gescheiterte Kandidat Bill Simon,
- der ehemalige Präsident des Organisationskommitees der Olympischen Spiele in Los Angeles Peter V. Ueberroth,
- die Unternehmerin Cheryl Bly-Chester,
- der Geschäftsmann Daniel W. Richards,
- das Mitglied der Gesellschaft für Kreativen Anachronismus Michael Jackson (mit dem Musiker gleichen Namens nicht zu verwechseln),
sowie rund 40 weitere Kandidaten.
Auf Seiten der Demokraten traten an:- der bisherige Gouverneur Gray Davis,
- der Vizegouverneur Cruz Bustamante,
- der Menschenrechtsaktivist David Laughing Horse Robinson, zugleich er erste Indianer, der sich um dieses Amt bewarb,
- der Jurist des Komitees zur Legalisierung vom Marihuana Bruce Margolin,
- der Verleger des Sex-Magazins Hustler Larry Flynt,
- der Politiker Edward Kennedy,
sowie rund vierzig weitere Kandidaten.

- Bei dieser Wahl setzte sich seitens der Republikanischen Partei nicht der von der Parteiführung unterstützte Kandidat, der Senator Tom McClintock , durch, sondern der Außenseiter Arnold Schwarzenegger, ein Einwanderer aus Österreich, der in den USA als Kinofilmstar Karriere gemacht hatte (Es war geargwöhnt worden, daß Arnold Schwarzenegger ursprünglich nur deshalb bei dieser Wahl angetreten war, um Werbung für seinen damals jüngsten Kinofilm Terminator III zu machen).

- Die Wahlbeteiligung lag mit rund 60 % - für us-amerikanische Verhältnisse - ungewöhnlich hoch, was auf die Popularität des Kandidaten Arnold Schwarzenegger - auch auf seinen Bekanntheitsgrad als Kinostar - zurückgeführt wurde.

- Der Sieger dieser Wahl, Arnold Schwarzenegger, konnte für sich geltend machen, daß er seinen Wahlkampf, statt mit wenigen großen Wahlspenden (in den Vereinigten Staaten ein heikeles Thema!), mit seinem nicht unbedeutenden privaten Vermögen, aber auch mit einer sehr große Zahl von Klein- und Kleinstspenden finanziert hatte - was ebenfalls durch seinen Bekanntheitsgrad als Kinostar möglich geworden war.

- Die Wahl war im wesentlichen von Wechselwählern entschieden worden. Die Bindungen der Wähler zu ihren Parteien sind in den USA (wie auch sonst überall in der Westlichen Welt) seit 1989 rapide gesunken.

Kalifornien wurde, dank des sehr eindeutigen Ergebnisses, von einer innenpolitischen Krise verschont. Schon am Tag nach der Wahl waren alle Seiten bemüht, politische Stabilität herzustellen. Der aus dem Amt scheidende demokratische Gouverneur Gray Davis versprach eine reibungslose Amtsübergabe, der demokratische Vizegouverneur Cruz Bustamante (der im Amt verblieb) eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem gewählten Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Arnold Schwarzenegger seinerseits versprach die Zusammenarbeit mit dem mehrheitlich demokratisch dominierten Parlament des Staates Kalifornien.

Auch wenn diese Wahl schnell entschieden werden konnte, bleibt festzuhalten: Einmal mehr stand das us-amerikanische Wahlsystem am Rande eines Kollapses. Denn dieses Wahlsystem stammt noch aus dem 18. Jahrhundert und für Verhältnisse gemacht wurde, die heute nicht mehr gegeben sind. V.i.S.d.P.: Alexander Eggert.

Hinweis: Die Wahl von Arnold Schwarzenegger zum Gouverneur von Kalifornien wurde in Österreich vielerorts gefeiert, gerade so, als ob ein Österreicher.zum Gouverneur von Kalifornien gewählt worden wäre. An dieser Stelle muß darauf hingewiesen werden, daß Arnold Schwarzenegger seit den 1980er Jahren Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika und Bürger Kaliforniens ist. Als Gouverneur von Kalifornien kann (und darf) er auf Österreich keine Rücksichten nehmen, die Kalifornien abträglich wären. V.i.S.d.P.: Alexander Eggert.

Der Erfolg des Abwahlverfahrens in Kalifornien 2003 führte dazu, daß man in den Parteizentralen der Vereinigten Staaten darüber nachzudenken begann, ob nicht andernorts Abwahlverfahren versucht werden sollten. V.i.S.d.P.: Alexander Eggert


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Zum Vergleich:
Cal.
Wahlen in Kalifornien.









© Dr. Andreas Hahn.
Programmierung Alexander Eggert
Aktualisiert im Oktober 2003.


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